Christian fundamentalism and the media: Fundamentalismus, sei er religiös oder säkular, bedroht die Menschenrechte und die Kommunikationsrechte, wenn versucht wird, der Gesellschaft eigene Auffassungen aufzuzwingen. Wenn religiöser Fundamentalismus mit Hilfe von Massenmedien die Öffentlichkeit falsch informiert und Tatsachen verdreht, wird er zu einer Gefahr für die politische und soziale Stabilität ganzer Nationen. Diese Ausgabe von Media Development untersucht, wie christlicher Fundamentalismus die Massenmedien nutzt. Mit den Analysen soll versucht werden, Kommunikationsrechte, die Einbeziehung aller und die Vielfalt einer multikulturellen Welt zu verteidigen.
Von Pradip Thomas
Der nachfolgende Beitrag erschien auf Englisch in der Zeitschrift „Media Development“ der Weltvereinigung für christliche Kommunikation (WACC). Pradip Thomas war bis zum Frühjahr 2005 als WACC-Direktor für die Studienarbeit der weltweiten Vereinigung tätig.
Der Ausdruck christlicher Fundamentalismus wird allgemein verwendet, um die Grundsätze und Haltungen der vielen christlicher Gruppen und Sekten zu beschreiben, die der Auffassung sind, dass der christliche Triumphalismus begründet ist im Evangelium und dass Christinnen und Christen deshalb verpflichtet sind, diese Vision durch die Nutzung des Wahlzettels und die Einflussnahme auf die politischen Programme ihrer Regierungen in die politische Realität umzusetzen. Die Allianzen zwischen einer Reihe von US-Präsidenten der letzten Jahrzehnte – Reagan, Ford, Bush Senior und Junior – und der christlichen Koalition illustriert diese Tendenz. Die Aufnahme des Betriebes eines Satelliten-TV-Nachrichtensenders für irakische Muslime am 2. Mai 2003 durch die US-Regierung in Zusammenarbeit mit der fundamentalistischen christlichen US-Organisation „Grace Digital Media“ ist ein neueres Beispiel für solche Allianzen.*
Kathleen McNeil
Reviewing the history of the troubled use of the words ‘fundamentalism’ and ‘fundamentalisms’, the author examines several criticisms in order to develop a conceptual framework that offers some cohesion to the term ‘fundamentalisms’, a term that will most likely to be used among us for the foreseeable future.
Dennis A. Smith
Dies ist nicht das, was uns versprochen wurde. Die Modernen Zeiten, wurde uns gesagt, würden uns allen Nutzen der vernunftbestimmten menschlichen Unternehmungen bringen: Wissenschaft und Technologie würde uns die Kontrolle über unsere Umwelt bringen und ebenso die Befreiung von Bedürfnissen; Leidenschaft ohne Bewusstsein würde dem Verständnis weichen; selbst unsere inneren Dämonen würden den Segnungen des Fortschritts weichen. Als Brasilien sich im 19. Jahrhundert auf das moderne Abenteuer einließ, wählte man den Slogan „Ordnung und Fortschritte". Das scheint nett zusammenzupassen.
J. Kwabena Asamoah-Gyadu
1992 stimmte die Bevölkerung Ghanas nach einem Jahrzehnt der Militärdiktatur für die Demokratie. Danach wurde das private Eigentum an Medien legalisiert. Die neue Demokratie hat vier neue Fernsehsender und zahlreiche UKW-Sender im ganzen Land hervorgebracht, darunter „Joy FM", dessen Eigentümer Mitglied der „International Central Gospel Church (ICGC)" ist.
Marleen de Witte
Kaum ein Jahrzehnt nach der Deregulierung der Medien in Ghana hat sich die Rundfunkszene dramatisch verändert. Die Zahl der kommerzielle UKW- und Fernsehstationen im Privatbesitz nimmt sprunghaft zu, so dass sie die Vorherrschaft der „soundscape" (die Geräuschlandschaft) von der staatlichen Ghana Broadcasting Corporation übernommen haben. Eine neue Popularkultur entstand rund um diese neuen Radio- und Fernsehprogramme. Dazu gehören auch neue Medienprominente, Medienauszeichnungen, Programmzeitschriften und Live-Shows. Aber was am meisten auffällt, ist die Überfülle an Religion in der neuen Medienszene.
Jörg Becker
Das Magazin "Spektrum" stellte in einer Überschrift die Frage, ob Gott und Allah in die Verfassung aufgenommen warden würden, wenn die Türkei der EU beitreten würde. In dem Artikel von Anfang Dezember 2004 ging es um die Frage, ob die EU-Kommission Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufnehmen sollte. Dies ist ein Beispiel für einen provokanten Journalismus: eine völlig bizarre Behauptung, die in den öffentlichen Raum gestellt wird, um sie um so vehementer zu bekämpfen.
Renée de la Torre
México es actualmente uno de los países en donde se vive un conflicto permanente entre la cultura secularizada y la fe católica. Hay que recordar que México fue una de las naciones que adoptaron de manera más temprana una ley laica, en cuyos artículos se prohíbe la intervención de las iglesias, de los sacerdotes, de los principios religiosos, en todo el ámbito político del estado, pero también en los ámbitos públicos, como son la participación de las iglesias en partidos políticos y procesos electorales, la prohibición de la religión en las escuelas públicas, y la reglamentación de que ninguna asociación religiosa puede ser propietaria de canal de radio o televisión.1
Walter Ihejirika
If one is asked to characterise the current religious and media situation in Nigeria, two visible phenomena will be very hard to omit. These are: the proliferation of the churches belonging to the Pentecostal Christian denomination, and the dominant presence of their religious leaders in both the print and electronic media in the country. Conversion to these churches has been on a steady increase, with membership rising up to 20 million within a thirty-year period. There has also been considerable impact on the Nigerian media landscape.
Silvio Waisbord
Communication specialists have not sufficiently discussed the place of communication in development programmes. Although theoretical and methodological aspects as well as programmatic experiences have received a great deal of attention, the institutional context of communication practice has been rarely addressed.
Jörg Becker and Christian Flatz
We are confronted with prejudices and enemy images on a daily basis, including in the media. The image of foreign countries and foreigners presented has often been examined. All such studies come to a largely similar conclusion: ‘foreigners’ are discriminated against in our media. The wealth of studies, however, cannot hide an obvious blank spot: the absence of studies on the image of foreign countries and foreigners in alternative, religious, feminist, socialist, left-wing and left-wing liberal media. As the following short article shows, together with a group of political science students from the University of Innsbruck, there has been an attempt to close this gap.