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Journalistinnen und Journalisten können lernen, zum Frieden beizutragen

Von Rebekah Chevalier, Stellvertretende Vorsitzendende der WACC-Nordamerika-Region
Wenn Sie im Fernsehen einen Bericht über einem gewaltsam ausgetragenen Konflikt oder über einen Krieg sehen oder davon in der Zeitung lesen, erhalten Sie dann das vollständige Bild? Erhalten Sie zusätzlich Hintergrundinformationen, die erklären, warum es zu dem Konflikt gekommen ist oder werden Sie auf andere Quellen hingewiesen, die eine andere Dimension der Geschichte vermitteln? Diese Fragen werden im Mittelpunkt einer Reihe von Workshops für Journalistinnen und Journalisten, Friedensaktivistinnen und Friedensaktivisten stehen, die unter dem Thema „Friedensjournalismus“ beim WACC-Kongress 2008 angeboten werden.

 
  

Friedensjournalismus ist eine „gezielte, kreative Strategie, um den Teil der ‚Fakten’ zu erkennen und uns auf ihn aufmerksam zu machen, der üblicherweise unterrepräsentiert ist“, erklärt Jake Lynch in dem Buch Peace Journalism, das er zusammen mit Annabel McGoldrick veröffentlicht hat. Jake Lynch wird die Reihe von Workshops beim Kongress 2008 leiten.

Als einer der weltweit führenden Vertreter dieses Ansatzes der Berichterstattung aus Konfliktzonen sagt Jake Lynch, dass der Friedensjournalismus Teile des Bildes wieder herstellt, die üblicherweise ausgelassen werden. So wird sichtbar, dass die direkt am Konflikt beteiligten Parteien einen Teil des Bildes verbergen oder Kriegspropaganda betreiben. Zum Vorgehen, das von Jake Lynch propagiert wird, gehört es, dass man sich nicht allein auf das aktuelle Geschehen im „Konfliktgebiet“ (Kriegszone, gewaltsame Proteste, Kidnapping, Gewalt von Gangs) konzentriert, sondern untersucht, wie es zu dem Konflikt gekommen ist. Es werden alle beteiligten Parteien und ihre Positionen dargestellt und der Konflikt als eine Schlacht zwischen zwei Seiten porträtiert, in der nur eine von beiden gewinnen kann. Zu den anderen Charakteristika des Friedensjournalismus gehört, dass alle Konfliktparteien eine Stimme erhalten – das bedeutet also, dass man nach anderen Quellen sucht außer nur den Stellungnahmen von Verantwortlichen in Regierung und Militär, die so häufig von Reportern zitiert werden – beide Seiten erhalten so ein menschliches Gesicht. Dabei wird großes Gewicht darauf gelegt, dass der Beitrag der einfachen Leute beim Schaffen von Frieden herausgestellt wird und nicht nur der Beitrag von Mitgliedern der Elite.
Aber welche Relevanz hat Friedensjournalismus im Kontext Nordamerikas, wo es keine Kriege gibt? Die Grundsätze des Friedensjournalismus geben nordamerikanischen Journalistinnen und Journalisten, Chefredakteurinnen und Chefredakteuren ein Instrument in die Hand, um die Berichterstattung über Konflikte in aller Welt zu analysieren, Propaganda zu erkennen und das größere Bild in den Blick zu nehmen und zu fragen, warum es zu diesen Konflikten gekommen ist. Statt die Analyse der Regierung und der hohen Militärs in der Berichterstattung zu übernehmen, können die Methoden des Friedensjournalismus genutzt werden, um den größeren Kontext zu untersuchen und sich um die Stimmen der Zivilbevölkerung, der Gruppen der Zivilgesellschaft und anderer Gruppen zu bemühen, die Frieden fordern und Konzepte entwickeln, wie Frieden erreicht werden kann. Auf der Grundlage solcher Informationen und Analysen in den Medien können Menschen in Kanada und den USA ihre Regierungen – die Geld und Truppen zur Lösung von Konflikten in anderen Teilen er Welt einsetzen – auffordern, sich für eine Vermittlung und Friedenslösungen in diesen Konflikten einzusetzen.

Friedensjournalismus ist eine der vier Workshop-Reihen beim WACC-Kongress 2008, die das Thema „Kommunikation ist Frieden. Lebensfähige Gemeinschaften aufbauen“ hat und bei dem u.a. Vorträge von bekannten Fachleuten aus Brasilien, Uganda und Kanada gehalten werden.
Rebekah Chevalier ist Journalistin und arbeitet für die United Church of Canada in Toronto, Kanada.

WACC promotes communication for social change. It believes that communication is a basic human right that defines people's common humanity, strengthens cultures, enables participation, creates community and challenges tyranny and oppression.

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