“Media Development” ist eine Vierteljahreszeitschrift, die Erfahrungen aus aller Welt in Theorie und Praxis der Kommunikation einbezieht. Viele Autorinnen und Autoren schreiben aus der Perspektive des Südens und stellen dabei soziale, kulturelle und spirituelle Werte in den Mittelpunkt. „Media Development“ ist für alle Kommunikatorinnen und Kommunikatoren interessant und bietet ihnen fundierte und kritische Beiträge zu einem breiten Spektrum von Aspekten zu jeweils einem Schwerpunktthema und veröffentlicht außerdem wichtige Dokumente, Konferenzberichte, Beiträge zu Filmthemen sowie Buchbesprechungen. Die Zeitschrift vermittelt gemeinsame Anliegen auf der Suche nach gleichen Möglichkeiten, Gerechtigkeit und Menschenwürde in der Massen- und der Alternativkommunikation.
Am 25. Oktober 2005 hat die UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen" verabschiedet. Einhunderteinundfünfig Nationen stimmten für den Text, darunter die 25 Mitglieder der Europäischen Union sowie Brasilien. Zwei Jahre hitziger Verhandlungen führten zu einem Dokument, das „klar, sorgfältig ausgewogen und in Übereinstimmung mit den Prinzipien des internationalen Rechts und der Menschenrechte ist“ oder – je nach Standpunkt – angesehen wird als „eine Charta skrupelloser Regierungen, um Handelsbarrieren zu errichten, Minderheitskulturen zu unterdrücken und den freien Fluss der Informationen zu blockieren“. WACC schließt sich dem Aufruf an die Regierungen, die neue Übereinkunft zu ratifizieren und dem Aufruf an die Zivilgesellschaft an, die Übereinkunft als Grundlage für die genaue Beobachtung der zukünftigen bilateralen und multilateralen Handelsverhandlungen anzusehen und ebenso als Instrument, um die internationale und nationale Politik in Fragen der Kultur, Medien und Kommunikation zu verändern.
Ein fremdes Wesen besucht die Erde. Es ist in einer Welt aufgewachsen, die sich total von der unseren unterscheidet. Es lebt in einer gänzlich anderen Umwelt. Seine Lebensweise, Kultur und Kosmologie sind ebenfalls den unseren „fremd“. Aber paradoxerweise hat es ein sehr viel größeres Verständnis von dem Universum, von dem wir glauben, dass es unseres und nur unseres ist. Wie wird dieses Wesen kommunizieren? Welche Art von Sprache oder System von Zeichen und Symbolen wird es verwenden? Wird es Musik, Tanz und Poesie zu seiner Verfügung haben? Zu welchem Zweck wir es „kommunizieren“? Und umgekehrt, sind einige unserer terrestrischen Formen der Kommunikation in gleicher Weise „fremd“ für ein solches Wesen von „außen“ und vielleicht auch für uns selbst? Wie kommunizieren wir Kommunikation?
Millionen Frauen in aller Welt werden ihre fundamentalen Menschenrechte vorenthalten, und dies nur deshalb, weil sie Frauen sind. Ein wesentlicher Aspekt ist, dass noch ein langer Weg zurückzulegen ist, bis eine Gleichberechtigung und Gleichbehandlung der Geschlechter in den Medien erreicht ist. In den Beiträgen dieser Ausgabe von „Media Development" wird untersucht, wie Medienaktivistinnen mit den Themen Macht und Kontrolle, Definitionen und Werten, Zugang und Ausschluss in Kommunikation und Massenmedien umgehen.
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Christian fundamentalism and the media: Fundamentalismus, sei er religiös oder säkular, bedroht die Menschenrechte und die Kommunikationsrechte, wenn versucht wird, der Gesellschaft eigene Auffassungen aufzuzwingen. Wenn religiöser Fundamentalismus mit Hilfe von Massenmedien die Öffentlichkeit falsch informiert und Tatsachen verdreht, wird er zu einer Gefahr für die politische und soziale Stabilität ganzer Nationen. Diese Ausgabe von Media Development untersucht, wie christlicher Fundamentalismus die Massenmedien nutzt. Mit den Analysen soll versucht werden, Kommunikationsrechte, die Einbeziehung aller und die Vielfalt einer multikulturellen Welt zu verteidigen.
Celebrating Cinema. Mit dieser Ausgabe wird das 50-jährige Bestehen der protestantischen Filmorganisation Interfilm gefeiert. Sie wurde 1955 in Paris gegründet. Erster Präsident war Henri de Tienda, der Generalsekretär des “Service cinématographique d’évangelisation” der Reformierten Kirche Frankreichs. Eine der Hauptaktivitäten von Interfilm war – und bleibt – die Beteiligung an Jurys bei nationalen und internationalen Filmfestivals. Zunächst hatten protestantische Kirchen und römisch-katholische Kirche getrennte Jurys. Aber 1973 wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation “Catholique Internationale pour le Cinéma et l’Audiovisuel” (OCIC), heute bekannt als Signis, die erste Ökumenische Jury für das Locarno Film Festival gebildet, wo sie weiterhin hoch angesehen ist.
Communication Today: Old Challenges and New Realities. Die Entwicklung des Internets stellt eine Herausforderung für traditionelle Konzepte der Informationsrechte dar. In der Debatte über diese Rechte und das Internet werden die einzelnen Rechte oft behandelt, und es wird versucht, sie einzeln der neuen technologischen Umwelt anzupassen. Wir sind der Auffassung, dass die Notwendigkeit besteht, sich mit den Informationsrechten im Rahmen eines umfassenden Menschenrechtsverständnisses zu beschäftigen und dabei besonders das Recht auf Kommunikation zu beachten. In dem Heft wird die Entwicklung des Rechts auf Kommunikation untersucht, ebenso die Frage, wie es definiert und durchgesetzt werden kann.
Communication Rights: an Unfinished Agenda. Die Öffnung des chinesischen Mediensektors für die Außenwelt hat grundlegende Auswirkungen auf den internationalen Fluss von Medien und Kulturprodukten. Im Bewusstsein des Potenzials Chinas haben transnationale Medien- und Kommunikationskonzerne eine ganze Bandbreite von Strategien entwickelt, um ihre Positionen auf dem Markt zu festigen, der zum größten Medienmarkt der Welt werden könnte. Was China mit dem anderen großen asiatischen Staat, Indien, gemeinsam hat, ist, dass sein Medienmarkt seit Jahren intensiv von einem bestimmten Medienkonzern ins Visier genommen wurde, und dies mit Erfolg.
Citizenship, Identity, Media. Slavko Splichal stellt die Frage "Why are the rights of media owners considered superior to the personal right to communicate?", Greg Simons untersucht "Media, identity and the Russian Orthodox Church" and Clemencia Rodriguez wirft einen Blick auf "The renaissance of citizens’ media". Alfonso Gumucio-Dagron bietet eine lateinamerikanische Perspektive zum Thema "Media, freedom and poverty" und José Marques de Melo reflektiert in seinem Beitrag über die Wirkungen der Globalisierung auf Lateinamerika: "De la sociedad mediática a la sociedad del conocimiento: escenarios latinoamericanos". Larbi Chouikha blickt auf die Neue Weltinformationsordnung in Tunesien. Ignacio Ramonet untersucht "Le cinquième pouvoir".
Das Media Development-Archiv umfasst Artikel, die bis in das Jahr 1996 zurückreichen. Viele der Texte werden in Medienausbildungskursen genutzt. Die Texte sind mit dem Suchprogramm zu erschließen. Für Einzelheiten und Exemplare früherer Jahrgänge wenden Sie sich bitte an den Media Development Editor. Vielen Dank.
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