Partei ergreifen: Leitungsverantwortung und Rechenschaftsplicht.

Überlegungen der WACC-Präsidentin

Von Musimbi Kanyoro
WACC-Zentralausschuss, 1.-7. Oktober 2005

Von Kairo nach London/Brighton

Es ist mir eine Freude und ein Privileg, Sie zur Sitzung des Zentralausschusses zu begrüßen. Ich möchte jene von Ihnen besonders begrüßen, die neu sind, und alle diejenigen, die schon in Kairo dabei waren, bitten, unseren Schwestern und Brüdern dabei zu helfen, sich zu orientieren und bei diesem Treffen zu Hause zu fühlen. Ich hoffe, dass wir diese Zeit nutzen können, um alte Freundschaften zu erneuern und neue Freundschaften zu schließen, während wir gemeinsam auf dem Wege sind, WACC noch verantwortungsbewusster zu machen als eine Organisation, die „Partei ergreift".

Ich freue mich, dass ich Ihnen berichten kann, dass ich in der Zeit zwischen unserem letzten Treffen in Kairo und heute meine Verantwortung als Präsidentin mit ganzer Unterstützung der anderen Mitglieder des Exekutivausschusses und Finanzausschusses, des Generalsekretärs und des Stabes wahrnehmen konnte. Das Generalsekretariat und ich haben intensiv per e-mail und Telefon kommuniziert und fanden sogar einen ganzen Tag, an dem wir zusammensitzen konnten, um gemeinsam über Themen zu reflektieren, die unserer Auffassung nach ein tieferes Nachdenken erforderten.

Der Exekutivausschuss traf sich im Mai dieses Jahres in London, und die Ergebnisse unserer Arbeit liegen diesem Zentralausschuss zur Entscheidung vor. Ich möchte Ihnen versichern, dass der Generalsekretär uns gewissenhaft über alles informiert hat, was wir zur Wahrnehmung unserer Leitungsverantwortung als Mitglieder des Exekutivausschusses und des Finanzausschusses benötigten. Wir haben gemeinsam mit dem Stab darum gerungen, Lösungen für die Herausforderungen zu finden, vor denen wir als Organisation stehen. Wir legen Ihnen als Zentralausschuss diese Herausforderungen und Lösungsvorschläge vor, damit Sie darüber beraten und entscheiden können.

Im Namen der ganzen WACC-Bewegung bitte ich Sie, gemeinsam mit mir dem Generalsekretär und dem ganzen Stab erneut den Dank und die Anerkennung für ihre gewissenhafte Arbeit und ihr Engagement für WACC auszusprechen.

WACC innerhalb der OIKOUMENE

In Vancouver habe ich darüber reflektiert, was „Partei ergreifen" theologisch für WACC bedeuten kann. In Kairo habe ich die Bedeutung einer strategischen Planung unterstrichen und herausgearbeitet, wie wir strategisch vorgehen können, um dorthin zu gelangen, wo wir als Organisation hinkommen wollen.

Bei diesem Treffen des Zentralausschusses möchte ich über Fragen der Leitungsverantwortung und der Rechenschaftspflicht reflektieren. Dieses Treffen des Zentralausschusses ist insofern ein besonderes, als es das Ende der Dreijahresperiode markiert, nach der wir auf demokratische Weise unsere Leitung erneuern werden. Neue Leute werden Leitungsverantwortung übernehmen, und diejenigen, die gebeten werden, ihre Arbeit fortzuführen, werden dies im Respekt vor den neuen Aufgaben des Dreijahreszeitraums und der neuen Mitglieder tun. Unsere Identität als Weltvereinigung für Christliche Kommunikation (World Association for Christian Communication, WACC) ist bestimmt durch unseren globalen Charakter, unsere christlichen Grundlagen und unsere Spezialisierung auf Fragen der Kommunikation. WACC ist deshalb sowohl eine vom Glauben geprägte ökumenische Organisation als auch eine Nichtregierungsorganisation (NRO). Diese beiden Teile unserer Identität gut miteinander zu verbinden, macht uns glaubwürdig und aufrichtig bei der Gestaltung unserer Identität.

Es gibt in meiner Sprache ein Sprichwort, das übersetzt lautet: „Nur Dummköpfe vergessen ihre Mütter". Die Moral, die hinter diesem Sprichwort steht, besagt, dass man seine Wurzeln nicht vergessen darf, egal, worin sie bestehen. WACCs Wurzeln liegen in der christlichen ökumenischen Bewegung. Um vertrauenswürdig zu sein, müssen wir ständig überprüfen, ob wir unserer Geschichte gerecht werden, also dem, wofür WACC als ökumenisches Instrument für die christliche Kommunikation steht. Ich habe hierüber nachgedacht und mich gefragt, warum wir nicht die allerwichtigste ökumenische Kommunikationsorganisation auf der Welt sind? Wie ist es gekommen, dass wir vor allem zu einer Advocacyorganisation geworden sind, die Kampagnen durchführt, zu einer Entwicklungsorganisation, die Projekte finanziert und zu einer akademischen Organisation, die komplizierte Bücher schreibt, mit denen sich Universitätsstudentinnen und -studenten beschäftigen? Ich will damit nicht sagen, dass das, was wir tun, nicht wichtig ist oder kein ausreichendes Niveau hat, aber ich möchte darüber nachdenken, was wir zum Tisch der Ökumene bringen können. Ich glaube, dass wir uns auf unserer Tagesordnung von Zeit zu Zeit damit beschäftigen müssen, was Christlich in unserem Namen bedeutet. Wir müssen immer wieder unseren Mitgliedern und außen stehenden Menschen erklären, wie wir das „Christliche" in unserem Namen leben. Sind dies unsere Werte, unsere Geschichte, unsere Glaubenserkenntnisse oder was sonst?

Vor drei Jahren hat der Ökumenische Rat der Kirchen einen Prozess initiiert, der es der ökumenischen Bewegung ermöglichen soll, sich selbst zu analysieren und dies mit dem Ziel, sich entsprechend der Veränderungen in der Gesellschaft auch selbst zu verändern. Es haben verschiedene Treffen stattgefunden, und dieser Konsultationsprozess im Rahmen der Neugestaltung der ökumenischen Bewegung geht weiter. Unser Generalsekretär Randy Naylor ist Mitglied des Ausschusses, der diesen Prozess voranbringt.

Wenn wir zu diesem Tisch kommen, müssen wir als WACC unser Essen mitbringen, weil das Mahl ein „Potluck" ist, zu dem jeder und jede etwas beiträgt. Was tragen wir als WACC zu der laufenden Diskussion bei? Wie steht es um unsere eigene Neugestaltung? Ich habe viel über diese Frage nachgedacht und bin zum Ergebnis gekommen, dass wir ohne die eigene Bereitschaft zur Neugestaltung mit leeren Händen an den Tisch kommen werden und lediglich mit von dem essen werden, was andere Leute beigetragen haben, ohne selbst etwas beizutragen. Ich denke, ein solches Verhalten ist nicht richtig.

Es ist Vieles innerhalb von WACC und der Welt der Nichtregierungsorganisationen geschehen, was es rechtfertigt, neu über unsere Identität, Strategien und Arbeitsweise nachzudenken. Die Tatsache, dass große Institutionen wie die UN und der ÖRK über ihre Mandaten nachdenken, eröffnet uns die Möglichkeit, uns dem anzuschließen und unsere Bewegung für die kommenden 50 Jahre neu zu positionieren. Wir brauchen diesen Prozess und ebenso den Mut, dies zu tun, und zwar möglichst rasch, weil sonst unsere Glaubwürdigkeit von Jahr zu Jahr abnehmen wird. Lassen Sie mich gemeinsam mit Ihnen noch etwas tiefer über das nachdenken, was in der Welt der Nichtregierungsorganisationen geschieht, von der wir ein Teil sind.

Die Rolle der Nichtregierungsorganisationen verändert sich

Die Leitung und die Mitglieder von WACC stehen vor der enorm großen Herausforderung, Schritt zu halten mit den dramatisch und ständig stattfindenden sozialen Veränderungen. Besonders hervorzuheben ist dabei die sich verändernde Natur der NROs, wo starke Tendenzen und Entwicklungen zu beobachten sind, von allgemeinen Themen hin zu spezifischen Schwerpunkten, von Mitgliederorganisationen hin zu Themenorientierung, von großen zu eher kleinen Organisationen, von Statik zu Dynamik, von langsamer Bürokratie zur Fähigkeit, rasch zu reagieren. Von NROs wird erwartet, dass sie eine kontinuierlich wachsende Wirkung erzielen und nicht nur kleine Projekte ausführen. Die Nutzung schneller Kommunikationsmöglichkeiten wird von NROs oft als notwendig vorausgesetzt, aber weniger als Chance gesehen. Die heutige Welt fordert NROs dazu heraus, rasch auf eine sich verändernde Umwelt zu reagieren und sich anzupassen.

Die Natur, der Umfang und die Funktionen des Stabes und des Vorstandes müssen laufend neu diskutiert werden. Da die NGOs sich wachsenden Erwartungen von Mitgliedern, Partnern, finanzierenden Stellen u.a. gegenübersehen, sind eine noch professionellere Ausbildung und große Sachkenntnis von Stab und Vorstand erforderlich. Repräsentieren zu können, wird ein immer weniger wichtiges ausschließliches Kriterium bei der Auswahl von Stabsmitgliedern und ehrenamtlichen Leitungspersonen. Die Technologie spielt heute in Entscheidungsprozessen von Vorständen eine zunehmende Rolle, und Sitzungen finden zunehmend in einer Mischung von direkter Begegnung und technologisch-unterstützten Methoden statt, etwa Videokonferenzen und -foren sowie der schon länger bekannten Kommunikation per e-mail. Zu den wichtigen Fragen für NROs gehören: Sollten zukünftige Vorstände kleiner und dynamischer sein, um rascher auf plötzliche Veränderungen reagieren zu können? Wie können NROs wirksamer agieren und es den Gruppen, mit denen sie zusammenarbeiten, ermöglichen, sich stärker an Entscheidungsprozessen zu beteiligen, während es gleichzeitig nötig ist, sich auf heutige gesellschaftliche Veränderungen einzustellen? Gibt es sinnvolle Wege, Ehrenamtliche, lokale Gemeinschaften und das ganze Spektrum der anderen Beteiligten anders als durch den Vorstand einzubinden? Partizipation kann zu größerem Engagement führen, und Menschen setzen sich stärker für Vorhaben ein, an denen sie selbst beteiligt sind, als für Vorhaben, die ihnen geliefert werden, wie schön verpackt sie auch sein mögen. Leistung, Verantwortungsbewusstsein, Produktivität und Zufriedenheit werden am besten durch Teamarbeit erreicht, wo Menschen dadurch vorankommen, dass sie auf andere angewiesen sind.

Es gibt eine zunehmende Konkurrenz um Spenden, weil die Zahl der NROs sehr rasch zunimmt und die Finanzierungsquellen sich grundlegend wandeln. Die Förderung von Programmen wird bevorzugt gegenüber Zuschüssen zu Budgets, und gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Berichterstattung und den Nachweis der erzielten Wirkungen. Eine Auflistung der durchgeführten Aktivitäten reicht nicht aus. Es gibt eine zunehmende Zahl gemeinsamer Projekte zwischen NROs und dem Privatsektor. Es liegt bei NROs und sogar bei den Vereinten Nationen im Trend, Geld von jedem anzunehmen, der bereit ist, es zur Verfügung zu stellen. Die Tatsache, dass NROs oft nur sehr begrenzte Ressourcen haben, lässt oft den Wunsch entstehen, größere Zuschüsse einzuwerben, egal, welchen Preis dies hat. NROs gehen so Verbindungen ein, von denen manche im Widerspruch zu ihrer Mission stehen. Es gibt einen Boom von Allianzen von Organisationen unter dem Emblem strategischer Partnerschaften, um die eigene Bedeutung sichtbar zu machen und Mittel einzuwerben und so gleichzeitig öffentlich stärker wahrgenommen zu werden. Wie in der Geschäftswelt werden ständig neue Partnerschaften zwischen NROs geformt und wieder aufgelöst. Vertrauen wird in Menschen gesetzt, die man kennt, und es gibt gleichzeitig Furcht vor neuen Partnerschaften. Die Strömung ist so reißend, dass nur diejenigen, die fest verankert sind, den Wellen widerstehen können.

In vielen multilateralen Organisationen finden grundlegende Reformen statt, so auch in UNO und ÖRK, weil diese feststellen, dass sie die bisherige Infrastruktur nicht aufrechterhalten können. Organisationen mit hohen laufenden Kosten ihrer Verwaltungszentralen haben viel von ihrer Glaubwürdigkeit verloren. Finanzierende Stellen bestehen heute darauf, dass ihre Gelder die lokalen Gemeinschaften erreichen. Verkleinerung, Reorganisation, Konsolidierung und Personalabbau stehen heute vielerorts auf der Tagesordnung, während finanzierende Stellen noch stärker ihre Ressourcen für lokale Programme zur Verfügung stellen und bilaterale Beziehungen zu Basisorganisationen aufbauen.

Diese Veränderungen sind sowohl global als auch in den einzelnen Gesellschaften zu beobachten und werden verstärkt durch soziale Trends, ökonomische Kräfte und technologische Innovationen. Der finanzielle und organisatorische Druck, der heute durch diese Veränderungen entsteht, ist vielleicht größer als jemals zuvor. Planungen werden immer schwieriger, aber sind gleichzeitig dringend erforderlich. Es gibt viele Möglichkeiten für NROs, aber sie erfordern eine Entwicklung der menschlichen und finanziellen Ressourcen. In der Vergangenheit gaben Vorstände sich damit zufrieden, grundlegende Policy-Entscheidungen zu treffen und ihre Einhaltung zu überwachen, die sich an den jeweiligen Schwerpunkten und Programmen orientierten. Die erforderlichen grundlegenden Transformationsprozesse machen die Vorstände heute zu zentralen Entscheidungsinstrumenten, um die Zukunft ihrer Organisationen sicherzustellen.

Der Blick auf unsere eigene Wirklichkeit

Auf diesem turbulenten und dynamischen Hintergrund besteht für WACC eine dringende Notwendigkeit, einen Schritt zurückzutreten und darüber nachzudenken, welche Antwort wir in einer sich rasch verändernden Welt haben, die oft nicht zusammenpasst mit WACCs Tempo der Veränderung, Kultur und praktischen Arbeit und die sogar Fragen aufwirft an unser zentrales Thema „Partei ergreifen".

Bei meiner bezahlten Tätigkeit in der weltweiten YWCA haben wir uns entschieden, uns intensiver mit einigen dieser Fragen zu beschäftigen, und wir haben Gespräche mit anderen NROs geführt, vor allem mit Frauenorganisationen. Wir diskutieren auch intensiv darüber, was das „C" in unserem Namen Young Women's Christian Association bedeutet und was wir in die Neugestaltung der Ökumene einbringen wollen. Wenn wir mit anderen sprechen, lernen wir ständig etwas über unsere eigenen Stärken und Schwächen. Es gibt Dinge, die uns neidisch machen, und andere, wo wir dankbar sind, nicht in den Schuhen der anderen zu stecken.

Wir haben in der YWCA einiges gelernt, von dem wir denken, das es wertvoll für uns ist. So haben sich zum Beispiel viele internationale NROs entschieden, kleinere Vorstände zu bilden. Sie reagieren damit auf Finanzprobleme und ebenso auf die Notwendigkeit, effektiver und intensiver in einem sich rasch verändernden Umfeld zu arbeiten. Dieses Wissen ist gut für uns, weil es uns darin bestärkt, einen kleinen Vorstand zu behalten und nicht auf den Wunsch vieler unserer Mitgliedsorganisationen einzugehen, den Vorstand zu erweitern. Viele NROs binden mehr Menschen an ihre Arbeit, indem sie den Arbeitsbedarf mit vorhandenen Talenten von Ehrenamtlichen decken und einen intensiveren Austausch von Fähigkeiten und Wissen unter allen Beteiligten ermöglichen. Wir wollen lernen, wie sie dies tun und es dann auch versuchen. So treffen wir strategische Entscheidungen für unsere Zukunft, und haben uns auch entschlossen, unsere Satzung vollständig neu zu schreiben, damit sie zum Ausdruck bringt, wo wir uns heute in der Welt, der ökumenischen Bewegung und auch der NRO-Welt befinden. Wir wollen dies der Vollversammlung vorschlagen, zu der mehr als 1.000 Delegierte gehören.

Wir haben herausgefunden, dass unser dringendster Bedarf darin besteht, auf wirksame Weise mit allen zu kommunizieren, mit denen wir verbunden sind. Wir sind keine Kommunikationsexperten. An wen können wir uns also wenden? Ist WACC in der Lage, Kommunikationsfragen anderer ökumenischer Organisationen wie die weltweiten YWCA zu beantworten? Die Frage, zu der ich hinführen will, lautet: „Wie können wir unsere Expertise in der Welt der Ökumene und der NROs einbringen?" Und wie können WACC, ÖRK und andere von der Expertise profitieren, wie wir als Organisationen, in der Frauen Verantwortung tragen, zum gemeinsamen Tisch bringen? Wie können wir in der ökumenischen Bewegung unsere Bemühungen zusammenbringen, um die ökumenische Bewegung im 21. Jahrhundert stärker zu machen? Selbst wenn wir noch keine Antworten haben, ist es wichtig, dass wir über diese Fragen nachdenken. Es ist nun die Zeit, dies zu tun, und der ÖRK hat dafür den notwendigen Raum geschaffen, indem er die Diskussion über die Neugestaltung der Ökumene eröffnet hat.

Die Finanzierung der Kernbudgets

Viele Jahre lang haben ökumenische NROs wie WACC und der weltweite YWCA ihre Programmaktivitäten mit einer laufenden Unterstützung ökumenischer finanzierender Stellen durchgeführt. Unsere Organisationen erhielten stabile Zuschüsse, um unsere laufenden Kosten und Teile unserer Programmaktivitäten zu finanzieren. Aber solche nicht gebundenen Zuschüsse gehen inzwischen zurück. Nach zwei Jahren der Erprobung von Fundraising-Methoden zur Veränderung dieser Situation müssen wir feststellen, dass es weiterhin eine starke Entwicklung weg von Haushaltszuschüssen hin zu Programmfinanzierungen gibt. Dieser Trend erfordert eine Neubewertung, wie wir mit unseren laufenden Ausgaben, darunter den Personalkosten in unserer Zentrale, in Zukunft umgehen wollen. Wir benötigen die richtige Zahl von Stabsmitgliedern, um die notwendigen Aufgaben wirksam zu erfüllen. An diesem Punkt der Geschichte ist es klug, über innovative Wege nachzudenken, wie wir Mitgliedsorganisationen an spezifischen Aufgaben beteiligen können.

Langsam, aber sicher, ist immer noch eine geeignet Methode, um voranzukommen

Veränderungen, die Bestand haben, sind solche Veränderungen, die sich in Übereinstimmung befinden mit der Mission der Institution. Wenn der Kern unserer Mission Kommunikation zur Ermächtigung (empowerment) von Gemeinschaften ist, dann muss dies alles prägen, was wir tun, so auch unser Nachdenken über Leitungsstrukturen, Organisationsstrukturen, Ressourcen, Partner und die Zukunft. Je stärker wir die angestrebten Veränderungen mit dem Kern unserer Mission verbinden, desto lohnender ist es, die Risiken einer Neugestaltung der ganzen Bewegung in diese Richtung einzugehen. Tragfähige Veränderungen sind solche, die ein starkes Fundament haben und einen wirklichen Bedarf befriedigen.

Wir müssen strategisch denken und dabei sehr sorgfältig auf die Erwartungen unserer Mitgliedsvereinigungen hören, gleichzeitig aber auch Trends in der übrigen Welt in Rechnung stellen. Es gibt gewichtige Gründe dafür, eine Mitgliederorganisation zu bleiben. Aber wenn wir uns für diese Möglichkeit entscheiden, benötigen wir eine klare Strategie, um WACC zu einer Organisation zu machen, die dann auch tatsächlich attraktiv für Mitglieder ist. WACC muss sorgfältig analysieren, wie viel Geld wir benötigen, um unsere Mission zu erfüllen, mit welchen finanzierenden Stellen und Partnern wir verbunden sein wollen und wie wir unsere Mittel einsetzen möchten. Es ist unverzichtbar, dass WACC die gegenwärtigen finanzierenden Stellen erhält. Zusätzlich zu vielen Einzelpersonen sind die ökumenischen Organisationen in Europa die beständigsten Finanzierungspartner von WACC. Wir müssen bei unseren Entscheidungen die Auffassungen unserer Mitglieder und unserer Partner in Rechnung stellen. Wenn wir uns zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden, müssen wir es mit offenen Augen tun und vorher die Konsequenzen bedenken. Wenn unsere Entscheidungen nicht dem „Partei ergreifen" entsprechen, widersprechen wir uns selbst und stellen unsere Glaubwürdigkeit in Frage.

Schließlich sollten wir uns alle daran erinnern, dass wir hier als leitende Personen zusammenkommen. Wir haben bei diesem Treffen die Verantwortung, neue Leitungspersonen zu wählen. Die Bibel fordert uns dazu auf, dienende Leiterinnen und Leiter zu sein. Solchen Menschen geht es nicht um Prestige für sich selbst, sondern um das Wohlergehen anderer. Die christliche Grundlage unserer Arbeit gebietet uns, unsere Glaubwürdigkeit an der Weisheit Gottes auszurichten. Wir können nicht perfekt sein, aber wir werden ehrlich sein. Es wird oft gesagt, dass nicht die Fähigkeit, Fehlschläge zu vermeiden, eine gute Führungspersönlichkeit ausmacht, sondern die Fähigkeit, wieder aufzustehen und es noch einmal zu versuchen. Als Mitglieder des WACC-Zentralausschusses sollten wir danach streben, gute Führungspersonen zu sein, indem wir die Visionen formulieren und die Richtungsentscheidungen treffen, die diese Bewegung braucht. Das ist unsere Aufgabe, und sie erfordert, dass wir uns selbst, unserem Stab, unseren leitenden Personen, unserem Finanzkomitee und unserer Präsidentin Fragen stellen. Wir können dies bescheiden und respektvoll tun, aber entschlossen, WACC zur besten Weltvereinigung für Christliche Kommunikation zu machen.

Übersetzung aus dem Englischen: Frank Kürschner-Pelkmann

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