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von Patricia A. Made
Der nachfolgende Beitrag erschien auf Englisch in der Ausgabe 4/2005 der WACC-Zeitschrift „Media Development“.
In ihrem inzwischen klassischen Werk zur psychologischen Theorie und der Emanzipation von Frauen, dem Buch „A Different Voice“, erklärt Carol Gilligan, dass „eine Stimme zu haben bedeutet, Mensch zu sein. Aber das Sprechen hängt vom Hören ab, ebenso vom Gehörtwerden; es ist ein intensiver Akt von Beziehungen.“ (1)
Im ganzen südlichen Afrika, wie in vielen anderen Teilen der Welt, kämpfen Frauen auch heute noch darum, das grundlegende Recht auszuüben, eine Stimme zu haben, zu sprechen und so als eigenständige Personen anerkannt zu werden, denen zugehört und auf die gehört wird.
Selbst in den entstehenden Demokratien in der Region sind die Räume, in denen Frauen ihre Stimmen erheben können, weiterhin sehr klein. Frauen werden auf brutale und bösartige Weise zum Schweigen gebracht. Da die Frauen etwa 52% der Bevölkerung im südlichen Afrika bilden, ist die Beschränkung ihrer Mitwirkung an der öffentlichen Diskussion eine Gefahr für einen wirklichen demokratischen Wandel. Denn das Recht auf Kommunikation ist von zentraler Bedeutung für eine wirklich demokratische Partizipation in allen Bereichen der Gesellschaft, besonders im öffentlichen Raum:
„Es wird inzwischen weit gehend akzeptiert, dass die Respektierung des Rechtes darauf, die eigenen Auffassungen frei zu äußern, zentral für Demokratie und nachhaltige Entwicklung ist. Umgekehrt ist klar, dass die Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung in einem Land oder einer Region ein wichtiges „Frühwarnsignal“ dafür darstellt, dass in Zukunft ernstere Konflikte und Menschenrechtsverletzungen drohen.“ (2)
Während es von großer Bedeutung ist, dass wir das Recht auf Kommunikation und Meinungsfreiheit in dem weiteren Rahmen sehen, dass es zentral für die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft ist, müssen wir uns auch bewusst sein, dass dieses Recht für Frauen und Männer, Mädchen und Jungen gewährt, bewahrt und geschützt werden sollte.
Die Einschränkung des Rechts von Frauen zu kommunizieren, zu sprechen, ist unlösbar verbunden mit der Unmöglichkeit, andere Rechte auszuüben und einzufordern. Ohne die Macht einer Stimme, die gehört wird, werden Frauen im Status von Bürgerinnen zweiter Klasse gefangen gehalten, wie sie ihn in vielen Ländern der Region erleiden.
„Frauen werden nicht allein schon dadurch gestärkt, dass sie von vielen ihrer grundlegenden Rechte erfahren, insbesondere das Recht auf Kommunikation“, sagte Sinikiwe Msipa, die Direktorin der „Federation of African Media Women-Zimbabwe“ (FAMWZ). „Frauen werden so sozialisiert, dass sie ihren Status als Bürgerinnen zweiter Klasse akzeptieren, die Männern den Vorrang beim Reden geben und Auffassungen von Männern als wichtiger ansehen.“
„Das Recht auf Kommunikation kommt in unseren Verfassungen nicht wirklich zum Ausdruck“, sagte Barbara Lopi, die Leiterin des „Women in Development in Southern Africa Awareness (WIDSAA) Programme“ am „Southern Africa Research and Documentation Centre“ (SARDC), das seinen Sitz in Simbabwe hat. „Frauen müssen die Möglichkeit haben, im öffentlichen Raum über öffentliche Angelegenheiten zu sprechen. Aber dieser öffentliche Raum wird von männlichen Regeln und Normen bestimmt, gestaltet und geregelt, und das macht diesen Raum unbehaglich für Frauen. Sie fürchten, dass es trivial klingt, wenn sie hier ihre Themen mit ihren Worten ansprechen, oder sie fürchten, auf vielfältige Weise die Botschaft zu hören zu bekommen, dass ‚es falsch ist’, wenn Frauen sich öffentlich zu Wort melden“, sagt Lopi.
Einer der größten öffentlichen Räume, in der jede und jeder das Recht haben sollte, zu sprechen und zu kommunizieren, sind die Massenmedien. Aber Monitoring- und Forschungsstudien in allen Teilen der Welt zeigen immer aufs Neue, dass die Möglichkeiten der Frauen, in und durch die Medien zu Wort zu kommen, gering sind.
Neuere Forschungen
Die „Gender and Media Baseline Study“ (GMBS) im Jahre 2003, die von „Gender Links“ (GL) und dem „Media Institute of Southern Africa“ (MISA) koordiniert wurde, stellt die bisher umfassendste Forschungsarbeit zu Gender-Fragen in den Medien im südlichen Afrika dar. Die quantitativen und qualitativen Ergebnisse der Forschungen (25.110 Nachrichten wurden in 12 Ländern ausgewertet) weisen ganz eindeutig nach, welchen Sexismus es in den Medien gibt.
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie betrifft die Frage, wer das Recht auf Kommunikation hat und wer nicht. Wenn man nicht genannte Quellen unberücksichtigt lässt, gingen 17% aller Nachrichten in den 12 Ländern der GMBS auf Frauen als Quelle zurück. Frauen bilden aber 52% der Bevölkerung im südlichen Afrika. Die Mehrheit der Frauen in der Region hat keine Stimme in und durch die Medien. „Bei zahlreichen öffentlichen Versammlungen und Konferenzen werden viele Journalisten die anwesenden Frauen nicht berücksichtigen, wenn sie Teilnehmende nach ihren Auffassungen und Perspektiven fragen, oder sie werden viele Männer und nur ein oder zwei Frauen befragen. Wenn der Artikel dann bearbeitet wird, werden die Aussagen der Frauen in diesem Redaktionsprozess gestrichen. Veröffentlicht oder gesendet werden nur die Aussagen von Männern“, sagt Lopi.
Frauen im ganzen Afrika – in den Medien und außerhalb der Medien – sind seit den 1980er Jahren aktiv geworden, um die Gender-Perspektive in den Nachrichtenredaktionen und die einseitigen Gender-Auffassungen und Vorurteile in den Medien zu überwinden und Raum zu schaffen für die Stimmen und Perspektiven von Frauen.
Zusätzlich zu dem Versuch, einen besseren Zugang und das Recht auf Kommunikation in und durch die Medien zu erreichen, um am öffentlichen Diskurs über politische, wirtschaftliche, soziale und entwicklungspolitische Themen teilzunehmen, haben Frauenaktivistinnen häufig auch ihre eigenen Räume geschaffen, um das Recht auf Kommunikation auszuüben.
„Frauen müssen alternative Räume entwickeln, weil ihnen der Zugang zu den Massenmedien verwehrt wird. Innerhalb der Räume, die die Zivilgesellschaft der Frauen schafft, stellt man fest, dass Frauen sich zu Wort melden, weil diese Räume weniger offiziell und formell sind und die Frauen sich hier wohl fühlen“, sagte Lopi. „Die Abwesenheit von Männern eröffnet Frauen den Raum, frei zu kommunizieren.“ Zu solchen Räumen gehören die Herausgabe von Newslettern und anderen Publikationen innerhalb der Zivilgesellschafts-Bewegung der Frauen, die kreative Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie, wenn diese leicht zugänglich ist, sowie von Medien, die in den lokalen Gemeinschaften erscheinen, in denen die Frau leben. „Radiostationen lokaler Gemeinschaften sind ein Beispiel für die Medien, in denen Frauen ihr Recht auf Kommunikation ausüben, wo sie frei sprechen können und dies in ihrer eigenen Sprache tun“, sagte Lopi.
Die nachfolgenden Beispiele aus dem südlichen Afrika machen deutlich, wie Frauen sich auf vielfältige Weise Räume geschaffen haben, um zu kommunizieren –die Initiative „Development Through Radio“ (DTR) in Simbabwe der „Federation of African Media Women in Zimbabwe“ sowie die „Cyber Dialogues“ und „‘I’ Stories“, die von „Gender Links“ in Südafrika ins Leben gerufen wurden.
Die „Federation of African Media Women-Zimbabwe“ (FAMWZ), die inzwischen seit 19 Jahren existiert, initiierte eines der erfolgreichsten Medienentwicklungsprogramme, das Frauen in ländlichen Gebieten in die Lage versetzt, ihr Recht auf Kommunikation auszuüben. Das Projekt „Development Through Radio“ (DTR) entstand Anfang der 1980er Jahre in Partnerschaft mit der „Zimbabwe Broadcasting Corporation“ (ZBC) und führte zur Bildung von „Radio Listening Clubs“ (RLCs) in vier der neun Provinzen Simbabwes. Bis zum Dezember 2001 waren 55 Zuhörerinnen-Clubs entstanden, zu denen durchschnittlich 20 Mitglieder gehörten.
FAMWZ stellte den Frauen in den Clubs Kassetten und Recorder zur Verfügung, damit sie auf den Bändern über die Fragen sprechen konnten, die sie den staatlich Verantwortlichen dringend zu Gehör bringen wollten und auf die sie Antworten erwarteten. Redakteurinnen und Redakteure des staatlichen Rundfunksenders ZBC holten die Kassetten und suchten dann die für das jeweilige Thema zuständigen Verantwortlichen im Staatsdienst auf, die sich anhörten, was die Frauen zu sagen hatten. Daraus wurden Programme zusammengestellt und zu einer Zeit gesendet, die den Clubs bekannt waren, sodass sie die Antworten oder Reaktionen auf ihre Fragen hören konnten. DTR gab vor allem Frauen in ländlichen Gebieten Instrumente in die Hand, durch die sie sich zu ihnen wichtigen Themen zu Wort melden konnten. Indem die Frauen ihr Recht auf Kommunikation wahrnahmen, wurden sie gestärkt, an Entscheidungsprozessen zu Themen mitzuwirken, die ihr Leben betrafen. „Durch die Schaffung alternativer Räume wie DTR wurden Frauen in der Überzeugung bestärkt, dass sie das Recht und die Pflicht haben zu kommunizieren“, sagte die FAMWZ-Direktorin Msipa.
„Aber es wurde noch mehr bewirkt“, fügte Msipa hinzu. „DTR hat den Frauen die Kraft gegeben, den Status quo in Frage zu stellen, weil ihnen Informationen gegeben wurden, die ihnen halfen, Kenntnisse zu erwerben, um mehr für ihre eigenen Interessen zu tun. Sie tauschten zwischen den Clubs in verschiedenen Provinzen des Landes Informationen aus. Im Laufe der Zeit begannen diese Frauen, sich kritisch mit Institutionen auseinander zu setzen, die gegen die Frauen arbeiteten und ihre Stimmen unterdrückten. DTR hatte das Ziel, die Frauen aus ihrer häuslichen Sphäre herauszuholen und zu aktiven Mitwirkenden im öffentlichen Raum zu machen.“
Das DTR-Projekt, das in unterschiedlichen Formen zum Beispiel in Sambia und Malawi übernommen wurde, ermöglichte es Frauen in ländlichen Gebieten, die Themen selbst zu bestimmen, zu denen sie sich äußern wollten. „Frauen, die sich an DTR beteiligten, sahen sich nicht lediglich als Empfängerinnen von Informationen, sondern dafür verantwortlich, was in ihren Gemeinschaften und der Nation geschah. Sie äußerten ihre Auffassungen zu nationalen Themen.“
Aber während DTR den Frauen in ländlichen Gebieten eine Stimme im öffentlichen Diskurs gab, hat es nicht „ihre Wahrnehmung gestärkt, dass dies (das Recht zu sprechen und zu kommunizieren) ein absolutes Recht ist.“ Die FAMWZ-Direktorin stellte nachdenklich fest: „Wir konzentrierten uns darauf, den Frauen die Informationen zu geben, die sie brauchten, um zu Entwicklungsfragen zu sprechen. Als Frauen-Zivilgesellschaft konzentrieren wir uns (nun) darauf, Frauen in die Lage zu versetzen, Gender-Fragen und die ungleichen Machtbeziehungen zwischen den Geschlechtern zu verstehen. Aber wir haben diese Bemühungen nicht mit dem umfassenden Recht der Frauen auf Kommunikation verknüpft.“
Dies ist eine wichtige Bemerkung, denn der Radiosender ZBC unterbrach die Ausstrahlung der DTR-Programme im Jahre 2001, nachdem das Rundfunkgesetz von 2001 umgesetzt wurde und es zu Restrukturierungen im nationalen Rundfunk kam. Msipa sagte, dass die Frauen in den Bereich der lokalen Gemeinschaften zurückgekehrt sind, wo es weiterhin zu einem Informationsaustausch in den Clubs kommt, aber wenig geschieht, um weiterhin im öffentlichen Raum zu sprechen und Anliegen vorzubringen.
Solange die Beiträge der Frauen von ZBC ausgestrahlt wurden, gab DTR den Frauen aus ländlichen Gemeinschaften Zugang zu den Massenmedien. Lokale Medieninitiativen, die sich mit örtlichen Problemen befassten, erhielten einen Platz von nationaler Bedeutung. „Wenn die Stimmen der Frauen zurückgedrängt werden in eine lokale Sphäre, wie es jetzt geschieht, ist dies ein Weg, um die Möglichkeiten der Frauen einzuschränken, sich zu Wort zu melden und am öffentlichen Diskurs teilzunehmen“, sagte die FAMWZ-Direktorin.
Die Nutzung von Informationstechnologie für die Gender-Gerechtigkeit
Während der 16 Aktionstage gegen Gender-Gewalt in Südafrika hat „Gender Links“, eine Nichtregierungsorganisation, die sich in Südafrika für Gender-Gleichberechtigung in und durch die Medien einsetzt, einen einzigartigen Raum für Frauen geschaffen, ihr Recht auf Kommunikation auszuüben. Chat-Rooms, die zu den populärsten Räumen in der Welt der Informations- und Kommunikationstechnologie-Revolution gehören, gaben Frauen aus allen Regionen und sozialen Schichten Südafrikas die Möglichkeit, das auszudrücken, was sie dachten.
Dieser von „Gender Links“ koordinierte Cyber-Dialog entstand in Partnerschaft von Regierung, Privatsektor und Nichtregierungsorganisationen. Eine Kombination von Diskussionsveranstaltungen in 66 Zentren in allen neun südafrikanischen Provinzen und täglichen Chats um die Mittagszeit gab Frauen die Möglichkeit, Fragen der Gender-Gewalt mit 55 Expertinnen, Experten, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern zu diskutieren, die an unterschiedlichen Tagen am Cyber-Dialog teilnahmen. An jedem Tag des Dialogs, der unter dem Motto „Informationstechnologie nutzbar machen für Gender-Gerechtigkeit“ stand, meldete sich mindestens eine Person online zu Wort, die sagte, sie sei vergewaltigt worden (3). Diese Frauen berichteten nicht nur von ihrer Vergewaltigung, sondern sprachen auch davon, wie Gewalt, die gegen sie verübt wird, zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden ist.
Der Cyber-Dialog, der südafrikanischen Frauen (als Überlebende) und Männern (als Tätern) einen sicheren Raum bot, über Gender-Gewalt zu sprechen, wurde global in der Zeit der Überprüfungs-Konferenz 10 Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking fortgeführt. Mehr als 50 Netzwerke in aller Welt boten Frauen, die nicht an der Konferenz teilnahmen, Diskussionsmöglichkeiten und Internet-Zugang zu den kritischen Anliegen der Aktionsplattform von Peking 1995, die ihr eigenes Leben direkt betrafen. Ihre Auffassungen wurden durch eine tägliche Zeitung, die von afrikanischen Frauen im Rahmen von GEM-News produziert wurde, in die Konferenz eingebracht. Und im August 2005 gab ein weiterer Cyber-Dialog im südlichen Afrika den Frauen erneut einen Raum, über ihre Themen und Anliegen zu sprechen und Aktivistinnen dabei zu unterstützen, die Staatsoberhäupter der „Southern African Development Community“ (SADC) dazu zu bewegen, die „SADC Declaration on Gender and Development“ aufzuwerten zu einem Vertragswerk und verbindlich die Verpflichtung einzugehen, bis 2015 Frauen zu 50% an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.
Gender-Gewalt zur Sprache bringen
Eine andere innovative Möglichkeit, durch die Frauen 2004 an den 16 Aktionstagen sprechen konnten und ihnen zugehört wurde, war die Veröffentlichung von „Die ‚Ich’-Geschichten“. Siebzehn Frauen aus Südafrika, Simbabwe, Sambia und Mauritius kamen in dieser Publikation zu Wort, die aus einer Schreibwerkstatt für Überlebende von Gewalt entstand. Einige Frauen schrieben ihre eigenen Geschichten auf, während andere ihre Geschichten Journalistinnen erzählten. Verschiedene der Frauen, die in dieser Publikation zu Wort kommen, erzählten erstmals ihre Geschichten. Und der Prozess des Schreibens war für diese Frauen der erste Schritt, den Mut zu finden, öffentlich über das Geschehene zu sprechen. „Es entstand eine neue Herausforderung, nachdem ich meine Geschichten geschrieben hatte ... in der Öffentlichkeit zu sprechen. Als ich schrieb, war ich allein und hatte nicht das Gefühl, dass ich mich vor irgend etwas fürchten müsste ... aber öffentlich zu sprechen, war etwas Anderes. Ich wusste aber auch, dass es wichtig für mich war, den Leuten zu sagen, was ich getan und warum ich mich so verhalten hatte.“(4) So beschrieb eine junge Südafrikanerin, wie sie über ihre Gewalterfahrungen schreiben und sprechen konnte als ein Schritt, um sich zu Wort zu melden.
Diese Geschichten gelangten auch in die breitere Öffentlichkeit, denn viele von ihnen wurden von Massenmedien in Südafrika und anderen Ländern im südlichen Afrika als Teil von „Gender Links“ „Gender and Media (GEM) Opinion and Commentary Service“ verbreitet.
- Das Recht auf Kommunikation in Anspruch nehmen
- Die Beispiele DTR, Cyber-Dialog und „Ich“- Geschichten illustrieren, dass dann, wenn Räume und Verbreitungsmöglichkeiten offen und für Frauen zugänglich sind, die Frauen ihre Stimme erheben, um über Themen zu sprechen, die große Bedeutung für ihre Leben und das Leben der Menschen in ihren Gemeinschaften haben, ebenso über Themen, die eine nationale Bedeutung haben. Im DTR-Projekt wurden zum Beispiel Ende der 1990er Jahre von den Frauen gemeinsame Themen identifiziert, über die sie sprechen wollten. Darunter waren die Ausbreitung von HIV/AIDS, die Neuverteilung des Landes und die Position der Frauen in diesem Prozess, Gesundheitsthemen (insbesondere die reproduktive Gesundheit von Frauen) sowie Garantien für die Gender-Gleichberechtigung im Rahmen des damaligen Prozesses der Überprüfung der Verfassung.
- In den Cyber-Dialogen sprachen Frauen über alle Themen von der Politik bis zur Rolle der Medien bei der Sicherstellung von Gender-Gerechtigkeit. Und die „Ich“-Geschichten gaben Frauen den Raum, über Gender-Gewalt zu sprechen, ein Thema, das immer noch mit Schweigen übergangen wird.
Diese drei neu geschaffenen Räume ermöglichten es Frauen, trotz ihres niedrigen sozialen und ökonomischen Status frei und offen zu sprechen, denn die Frauen wurden mit Informationen gestärkt, erhielten Zugang zu Technologie, um ihre Worte überall zu Gehör zu bringen, und waren in der Lage, sich als aktive und geschätzte Teilnehmerinnen des öffentlichen Diskurses bestätigt zu fühlen. Aber es ist auch wichtig wahrzunehmen, dass es Gender- und Medienaktivistinnen waren, die festgestellt hatten, dass die Stimmen von Frauen in den Massenmedien fehlten und die diesen Raum schufen.
Beim Recht auf Kommunikation sollte es nicht darum gehen, eine Alternative zu vertreten. Die grundlegende Funktion zu sprechen, die die Menschen auf einzigartige Weise auszeichnet, wahrzunehmen, sollte die Norm sein, die keinem einzigen Individuum verweigert wird. FAMWZ sagt: „Wir müssen Frauen dazu ermächtigen, ihre Rechte zu erkennen, besonders das Recht auf Kommunikation. Frauen geben Männern oft den Vortritt beim Reden und bewerten die Auffassungen von Männern höher bei Themen wie Politik und Wirtschaft. Wir müssen hart arbeiten, um Frauen Informationen und Wissen zu geben, damit sie dies ändern.“
- Anmerkungen:
- 1 Carol Gilligan, In A Different Voice, Harvard University Press, Cambridge Massachusetts, 1982, 1993, p.8
- 2 Report of the Seminar on Freedom of Expression and the African Charter, African Commission in collaboration with Article XIX – The Global Campaign for Free Expression, 22-25 November 2000, p.8
- 3 ‘Chatting up change: how IT can work for gender justice’, Colleen Lowe Morna in Amalungelo, Volume 8, January-February, 2005, p. 17
- 4 Thapelo Rahlongo, ‘Overcoming the Challenge’ in Amalungelo, Vol, 8, January-February, 2005, p.21
Patricia A. Made arbeit als Redakteurin und Medienausbilderin in Simbabwe und war bereits an vielen Ausbildungsprogrammen sowie Policy- und Forschungsvorhaben zu Gender-Themen in den Medien im südlichen Afrika beteiligt. Außerdem arbeitet sie für Inter Press Service.
Übersetzung aus dem Englischen: Frank Kürschner-Pelkmann
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